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SIEGLINDE WITTWER - JOURNAL D'AFRIQUE

Skulptur, Malerei, Radierung
Ausstellung KunstRaum R57, 26. März - 11. April 2014

TEXT VON VALÉRIE ARATO

Im Zentrum von Sieglinde Wittwers Schaffens steht der Mensch, seine Umgebung, seine Lebensbedingungen. Es sind nicht die grossen Gesten, sondern vielmehr die kleinen intimen Momente im Leben ihrer Protagonisten, die sie interessieren. Ob in grossformatigen Ölbildern, in überlebensgrossen Holzskulpturen oder in präzis ausgeführten Zeichnungen und Radierungen zeigt Sieglinde Wittwer nichts anderes als Realität.

Im Jahre 2012 durfte Sieglinde Wittwer in der Galerie des ‚Village des Arts’ in Dakar/Senegal die Radierungsserie „Benvenuti in Europa“ über die Bootsflüchtlinge aus Afrika zeigen. Die Eindrücke und Erfahrungen, die sie in Dakar sammelte, ihrem ersten Aufenthalt auf dem afrikanischen Kontinent, beschäftigen sie noch heute. Den Alltag auf den Strassen Dakars hat sie in Skizzenbüchern und Fotografien festgehalten. Sie dienten ihr als Grundlage für ihre Skulpturen und Bilder, die im Atelier entstanden sind.

In Dakar beschäftigte sie das Zusammentreffen der afrikanischen mit der westlichen Lebenshaltung. Beeindruckt war sie von der grossen Geschicklichkeit der Senegalesen, mit blossen Händen ohne jegliche technische Hilfsmittel Gebrauchsgegenstände herzustellen, Fischerboote zu bauen oder sogar Bronzefiguren zu giessen. Auch der spielerische Umgang mit westlichen Objekten und Signeten überraschte sie. Doch Dakar ist auch eine Stadt, die unter dem Verkehrschaos, dem Smog und dem Abfall zeitweise fast zusammenbricht. Es gibt für die jungen Menschen kaum Ausbildungsmöglichkeiten oder Arbeitsplätze, die meisten Familien können sich kaum ernähren. Die Bilder und Vorstellungen, die sie von Europa haben, lassen sie auf eine bessere Zukunft hoffen.

In ihrer Ausstellung zeigt Sieglinde Wittwer eine Skulpturengruppe aus Holz. Es sind Schwarze, die am Boden kauern. In Senegal fällt auf, wie die Menschen viele Tätigkeiten am Boden hockend verrichten. Die Nähe zur Erde ist immer spürbar. Die am Boden sitzenden Menschen drücken aber auch die Situation des Wartens und das Hoffen auf eine bessere Zukunft aus.

Die Skulpturen werden in der Ausstellung von Radierungen und einem grossformatigen Ölbild umrahmt. Die Radierungen sind Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben in Dakar, reduziert nur auf das Wesentliche, als schwarze Silhouetten im weissen Blattraum; ausgeführt. Hier nutzt Sieglinde Wittwer die Mezzotinto-Technik, in der von Hand – nicht mit Säure geätzt! – die Kupferplatte bearbeitet wird.

Der Landschaftsraum, als Ort, wo die verschiedensten Zustände von Bewegungen, Gerüchen, Hitze und Erschöpfung zusammenkommen, ist Thema der Ölmalerei. In einer Technik, in der sie verschiedene Farbschichten immer wieder übereinander malt und jeweils das Licht herausarbeitet, versucht sie, den Eindruck von Vibrieren und der flimmernden Hitze wiederzugeben.

Auf welchem Kontinent, in welchem Land sich Sieglinde Wittwer auch aufhält, immer gelingt es ihr, sich auf einen Ort mit seinen Menschen ganz und gar einzulassen und sich damit auseinanderzusetzen. Genau da liegt Sieglinde Wittwers grosse Stärke, die sich in ihren eindringlichen Werken wiederspiegelt.